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Macht Kunst - KunstHalle Deutsche Bank PDF Drucken

MACHT KUNST 

Ihr Meisterwerk in der neuen KunstHalle! - So lautete der Open Call der Deutschen Bank für eine 24-Stunden-Ausstellung in ihrer neuen Kunsthalle in Berlin Unter den Linden 13/15:

KunstHalle Deutsche Bank, 8. bis 9. April 2013, 24 Stunden. foto: ibernerDas schon mal vorneweg: Macht Kunst, macht Kunst!, die Macht der Kunst, undsoweiter - Kunst zu machen ist das eine, die Kunst und ihre Macht zu zeigen, das andere. Denn ohne gesehen zu werden, verpufft die Kunst im stillen Künstlerkämmerlein. Damit genau das nicht passiert, hat die neue Deutsche Bank KunstHalle ihre Pforten geöffnet, 24 kurze, intensive, von über 6.000 Menschen besuchte Stunden lang. Dem Kunsthallen-Team ist mit dieser Schau "Macht Kunst" ein absoluter Coup gelungen.

Kuratiert von René Block in Petersburger Hängung gewannen die Werke sogar an Glanz.

von Irmgard Berner

Die Autorin hat sich auf den Weg gemacht: Am Freitag, dem 5. April konnte man ab 10 Uhr früh sein Meisterwerk hinbringen, zwei Tage lang. Ausgestellt würde alles, was da komme - Kunstwerke von Künstlern, Profis und Amateuren, Photografen und solchen, die es  hauptberuflich gerne wären.

Die Dauer der Ausstellung: Ab 8. April 12 Uhr bis 9. April 12 Uhr.

"Da mache ich mit!" war sofort der Gedanke der Künstlerin in mir. "Eine interessante PR-Aktion", dachte hingegen die Journalistin in mir, als ich die Presse-Info in meinem Postfach fand. Und dieses ist das Werk meiner Wahl, mein Meisterwerk "Himmelswiesen".

Die beiden Herzen ach-in-meiner-Brust brachten es zustande, dass ich es als Nr. 8 platzieren konnte. Und wie sich zahlenmäßig bald herausstellte, hätte alles auch ganz anders laufen können - denn es wurden über Tausend ...

Die Deutsche Bank will alle in ihre neue KunstHalle holen, die Künstler machen den Anfang. c-ibernerDer Freitag nahte, ach ja, ein Bild - ich wählte das sommerbunte "Himmelswiesen"-Gemälde und befürchtete, es sei zu groß. Früh mogens packte ich es dennoch ein und fuhr nach Berlin-Mitte in die Charlottenstrasse. Den abseitigen Eingang der Deutschen Bank, die Drehtüren, kenne ich von diversen Besuchen. Ein Pulk von Leuten stand davor, Security-Personal, Menschen jung und alt. Weitere näherten sich, bewehrt mit ihrem Kunstwerk. Das war nicht verwunderlich, damit hatte ich gerechnet, schließlich birgt Berlin Massen von Künstlern. Ich wunderte mich allerdings sehr über die riesigen Formate, die sie gebracht hatten. Halbe Wände, gehalten von ihren Schöpfern, standen da und versperrten den breiten Bürgersteig. Bunt bemalte Leinwände, verpackt und unverpackt, ich war geplättet von der Chuzpe dieser Künstlerkollegen, derart unverfroren ihre Großformate hierher zu schleppen, wissend ob des extrem limitierten Platzes.

Gut organisiert und fotografiert - die Medien sind dabei

Wenn schon denn schon - scheint es aus allden Bildern zu schreien. "Es gehört schon extrem viel Selbstbewußtsein dazu, ein bemaltes Stück Leinen gerahmt an die Wand zu hängen und zu behaupten, das sei wertvoll", diese Äußerung eines Galeristen kürzlich ging mir in dem Moment durch den Kopf. Während ich mich noch wundere, wird die Drehtür zum Einlass geöffnet und ich spaziere natürlich auch hindurch mit meinem Kunstwerk in der Hand, neben den paar anderen, die im ersten Schwung von 20 Wartenden Einlass erhalten.

Bei der Registrierung des Kunstwerks. c-ibernerDrin im Foyer mit seiner hellen Marmorverkleidung und den Lichtgefüllten Säulen stehen Stehtische, Kamerateams, das Fernsehen, die Medien. Man erhält einen Zettel zum Ausfüllen, das Werk wird fotografiert, das Foto auf das Blatt getackert, kopiert und fertig war der bürokratische Vorgang. Gut organisiert war das DBank-Team angetreten.

Foyer und Treppe füllten sich mehr und mehr, ein Künstler wartete bereits seit fünf Uhr früh! Das muss man sich mal vorstellen. Bei der Kälte. Aufgeregt waren sie die Künstler und Hobbymaler, nicht einmal mürbe vom Warten. Der Einlass in die heiligen Hallen ließ den Adrenalinspiegel in die Höhe schießen. Nach langem Warten im Foyer. c-ibernerAbgewetzt wirkten sie dennoch in ihren schlaff gepolsterten Winterjacken und krausen Wollmützen. Extrem augenfällig wurde das, als plötzlich eine Truppe Banker die Halle querte: graue Anzüge, Krawatten, gestriegelt, Banker-Sprech. Zwei Welten prallten für ein paar Sekunden aufeinander - die mit dem Geld, gebildet, und die mit ohne, zwar auch gebildet, bildende Kunst!, aber mit wenig oder mit fast keinem Geld.

Die Schlange steht quer über den Opernplatz. c-iberner Endlos lange Schlange

Zurück hinaus durch die Security-bewachte Drehtür wurde mir das Ausmaß dieser Aktion erst bewußt. Wegen der Großformate hatte ich anfangs nicht gesehen, dass es eine Schlange gab, eine Schlange gegeben hätte - auch für mich. Nun war ich aber durch und hatte Zeit für die Schlange: Sie schlang sich vorne um die Ecke Unter den Linden, ich lief entlang, die Schlange wollte nicht mehr aufhören. Menschen jung und alt, Bilder groß und klein, unfassbar wer und was da alles stand. Ein Bild war zu tausend Bildern geworden. Wie sollte die Halle das jemals fassen? Die Schlange also schlängelte sich entlang der Fassade, hinüber zur nächsten Ecke, quer über den Opernplatz bis nach hinten zur St. Hedwigs-Kathedrale und dort hörte sie noch nicht auf, sondern wand sich zweimal drum herum. Mehr als einen  Kilometer war sie lang. So viel Kunst, so viele Qualen für die Kunst.

Der rbb durfte schon in die Halle und beim Maßnehmen zusehen. foto: rbbonline

Kunst aus dem Volk

Als ich dann einmal um den Block herum war, noch Freunde traf, die ebenfalls ein Werk abgeben wollten und froren, ging ich noch einmal zur Drehtür. Diesmal als Journalistin. Auch die musste noch auf ihre Kosten kommen. Ich zückte meinen Presseausweis, ließ den Security-Mann in meinen leeren Rucksack blicken und schwang mich durch die Drehtür. Ein kurzes Interview mit dem Kunstleiter der Deutschen Bank, Herrn Hütte. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn, mit so viel Andrang hatten sie wirklich nicht gerechnet. Und was nun? frage ich, wollen Sie die Leute wieder nach Hause schicken? Oder wollen Sie Werke in zweite Reihe hängen? Nein, in Petersburger Hängung bis unter die Decke würde man schon einiges unterbringen, aber das sei wohl wirklich zu viel. Wir werden eine weitere Veranstaltung machen, fiel der Pressesprecher ihm ins Wort, zum Gallery Weekend - wenn das so gut ankommt!

Der rbb durfte schon in die Halle und zusehen. foto: rbbonline

Das tut es. Und wird bestimmt Nachahmer finden. Kunst fürs Volk und Kunst aus dem Volk - so volksnah war die Deutsche Bank noch nie.


weitere Werke der Autorin auf:

www.irmgardberner.com

 


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